Ortsteil-Porträt Friesheim: Ein Geschenk an den heiligen Petrus und römische Töpferöfen
Foto: Wikimedia Commons (Friesheim)
Geschichte

Ortsteil-Porträt Friesheim: Ein Geschenk an den heiligen Petrus und römische Töpferöfen

Friesheim ist ein Dorf, das einmal dem Kölner Dom gehörte — geschenkt von einem Grafen im 9. Jahrhundert. Und ein Dorf, unter dessen Nachbarn römische Töpfer ihre Öfen feuerten.

Frisheim — ein Geschenk von 830

Um das Jahr 830 vermachte Graf Emundus, Graf im Kölngau, den Ort Friesheim („Frisheim") und die zugehörige Villikation dem heiligen Petrus, dem Patron des Kölner Doms. Damit gehörte Friesheim dem Domkapitel — eine Unterherrschaft im Amt Lechenich, die Vögte einsetzte und den Zehnt einzog. Die Endung -heim verrät eine fränkische Gründung; die Herkunft des Namens ist bislang ungeklärt.

Römische Töpferöfen am Rotbach

Im Rotbachttal zwischen Friesheim und dem Nachbardorf Niederberg lag ein ausgedehnter römischer Töpfereibezirk mit mindestens sieben Töpferöfen. Wer in Friesheim durch die Felder geht, bewegt sich über einen römischen Industrieort — Ton, Feuer und Handel, 1.800 Jahre zurück.

Fronhof und Kirche (1308)

Zum Fronhof gehörte eine Kirche, die 1308 erstmals genannt wird. Das Domkapitel als Landesherr setzte Vögte ein, die Verwaltung, Zehnt und Gericht verwalteten. Wer in Friesheim aufwuchs, wuchs unter der Hand eines weit entfernten Kölner Herren auf.

Friesheim heute

Mit rund 3.064 Einwohnern ist Friesheim ein Ortsteil, dessen Identität zwischen Domkapitel und Töpferofen liegt. Wer hier wohnt, wohnt auf einem Geschenk, das einst dem heiligen Petrus galt.

Quellen: Wikipedia (Friesheim, Erftstadt), ErftstadtWiki, erftstadt.de, Wikimedia Commons (Friesheim Kirche und Pfarrhaus).

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